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Ylva
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29.07.2008 00:06

Wenn du vor mir stehst

Wenn du vor mir stehst
und mich ansiehst
was weisst du von den Schmerzen
die in mir sind
und was weiss ich von deinen?

Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde
und weinen und erzählen
was wüsstest du von mir mehr
als von der Hölle
wenn dir jemand erzählt
sie ist heiss und fürchterlich?

Schon darum
sollten wir Menschen voreinander
so ehrfürchtig
so nachdenklich stehen
wie vor dem Eingang zur Hölle...

(Franz Kafka)
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18.07.2008 23:40

An die Liebe

Ich habe Dich nicht gebeten zu bleiben,
Doch du bist geblieben
Ich habe dich niemals gefragt
wer du bist oder was du willst.
Du warst einfach da.

Was willst du nur, Liebe, von mir?
War ich nicht viel stärker alleine?
Und habe ich dich jemals gebraucht?

Doch bleibe noch ein bisschen.
Nicht lange.
Solange nur, bis keiner mehr fragt:
Na, wie gehts?
Und ich nicht mehr sage:
Es geht.
Ein jeder sieht gleich: Du bist da.

Denn wenn du mich einstmals verläßt
Sei dir sicher - Ich gehe mit dir.

(Adam Stern) 
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13.07.2008 22:40

Trauer

Mich hat die Trauer
leicht gemacht
wie eine Feder.
Wird meine Tür geöffnet,
trägt es mich ins Freie.
Jetzt hilft es nicht,

mir Hände herzureichen.
So schnell kann ich
doch keinen Halt gewinnen.
Ich bin so weit entfernt
von allen Dingen
und würde mich so gern
an ihnen stoßen,
damit der Leib
den Schmerz der Seele
abnimmt.

(Heinz Kahlau)


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26.06.2008 12:55

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

(Rainer Maria Rilke)

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